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    Rheumatologie

    Gicht (Hyperurikämie) – Ursachen, Diagnose & Therapie

    Medizinisch geprüft

    Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der erhöhte Harnsäurewerte zu schmerzhaften Gelenkentzündungen führen. Durch Lebensstilanpassungen und medikamentöse Therapie lässt sich die Erkrankung gut kontrollieren.

    Steckbrief

    Fachgebiet

    Rheumatologie / Innere Medizin

    Häufigkeit

    Ca. 1–2 % der Bevölkerung

    ICD-10

    M10

    Hauptursache

    Erhöhte Harnsäure im Blut

    Behandelbar

    Ja, gut kontrollierbar

    Erstdiagnostik

    Hausarzt / Rheumatologe

    Was ist Gicht?

    Gicht entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle in Gelenken ablagern und dort akute Entzündungen auslösen. Ursache ist ein dauerhaft erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie).

    Akuter Gichtanfall

    Plötzlich einsetzende, heftige Gelenkschmerzen, meist am Großzehengrundgelenk. Das Gelenk ist gerötet, geschwollen und extrem berührungsempfindlich.

    Chronische Gicht

    Bei wiederholten Anfällen können sich Harnsäurekristalle dauerhaft in Gelenken und Gewebe ablagern (Tophi) und zu Gelenkschäden führen.

    Häufigkeit

    Gicht betrifft Männer deutlich häufiger als Frauen. Nach der Menopause steigt das Risiko bei Frauen an.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Die Therapie umfasst die Akutbehandlung des Gichtanfalls und die dauerhafte Senkung der Harnsäure. Der Arzt entscheidet über die Medikation.

    Akuttherapie

    Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Colchicin oder Kortikosteroide zur schnellen Schmerzlinderung beim Gichtanfall.

    Harnsäuresenkende Therapie

    Allopurinol oder Febuxostat senken den Harnsäurespiegel dauerhaft. Der Arzt legt den Zielwert fest.

    Ernährungsumstellung

    Reduktion purinreicher Lebensmittel (Innereien, bestimmte Fischsorten), Alkoholreduktion und ausreichend Flüssigkeit.

    Wann zum Arzt?

    • Ein akuter Gichtanfall erfordert zeitnahe ärztliche Behandlung – nicht abwarten.
    • Harnsäuresenkende Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, auch wenn keine Anfälle auftreten.
    • Gicht kann zu dauerhaften Gelenkschäden und Nierenschäden führen, wenn sie unbehandelt bleibt.
    • Aspirin (ASS) kann den Harnsäurespiegel erhöhen und sollte bei Gicht nur nach Rücksprache eingenommen werden.
    Medizinisch geprüft

    Geprüft von Docto24 Ärzteteam · Letzte Aktualisierung: 16.5.2026

    Dieser Artikel wurde von approbierten Ärzten auf medizinische Richtigkeit überprüft.

    Häufig gestellte Fragen

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    Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden.